Sexualtherapie

Kennen Sie das, wenn die Leidenschaft ihnen mehr Leid als Lust verschafft?  So geht es vielen Singles und Paaren. Zum Beispiel, wenn der eine ein größeres Interesse am Sex hat als der andere oder beide einfach unterschiedliche Dinge im Bett erleben möchten. Besonders heikel wird es für die meisten, wenn sich Störungen der sexuellen Funktion einstellen und man sich von seinem Körper im Stich gelassen fühlt.

Erektionsstörungen, der frühzeitige Samenerguss, Schmerzen beim Verkehr (Dyspareunie oder Vulvodynie) bis hin zum Vaginismus werden von den Betroffenen oft als sehr schamhaft und schlimm erlebt. Man fühlt sich falsch, nicht normal und oft auch nicht mehr wie ein ganzer Mann oder eine vollwertige Frau. Während einige diese lustvolle und vitale Seite an sich vermissen, hoffen die anderen nur, dass es einfach überhaupt mal/wieder irgendwie klappt.

Ein Leben ohne Sex scheint heutzutage kaum mehr vorstellbar. Immerhin wird man ja auf Werbeplakaten, in Magazinen oder Filmen ständig mit der körperlichen, sinnlichen Ausübung von Lust  konfrontiert. Sie suggerieren nicht nur, dass Sex unbedingt dazu gehören sollte sondern auch, dass er dann auf jeden Fall auch gut sein sollte. Er soll beide Partner gleichzeitig glücklich machen und erfüllen. Ein Herz und eine Seele inmitten des Verkehrs. Doch wo es so viele Soll-Vorstellungen gibt, gibt es auch reichlich Raum, diese nicht zu erfüllen. 

Als systemische Sexualtherapeutin vermeide ich Pathologisierungen und sehe Störungen als Entscheidungen der Klienten oder ihrer Körper. In aller Regel gibt es gute Gründe  für das Verhalten oder die Symptomatik meiner Klienten. Diesen gehen wir gemeinsam nach und schauen dann, was es braucht damit die Rechnung in Zukunft anders ausgeht, so dass das Symptom am Ende nicht mehr gebraucht wird. 

Die größten Teile der Sitzungen gehen über das therapeutische Gespräch. Doch gerade bei den sexuellen Funktionsstörungen arbeite ich auch gerne mit den einfachen Übungen des Sexocorporel. Diese Übungen können das Erreichen des Zieles zum teilweise erheblich erleichtern.

Da die sexuellen Funktionsstörungen oft auch körperliche Ursachen haben, sind diese vorher unbedingt fachärztlich abzuklären.

Meine Behandlungsschwerpunkte

Luststörungen

Hier geht es nicht darum, den Sex um jeden Preis wieder zu ermöglichen, sondern viel mehr darum, sich die Frage zu beantworten, ob Sex überhaupt noch gewollt wird und wenn ja, welche Art von Sex es wert ist, gewollt zu werden (sex worth wanting). 

Erektionsstörungen

Haben zwar oft, jedoch nicht immer körperliche Ursachen. Dies ist vorher abzuklären. Betroffene Männer sehen sich oft nicht nur mit einer Einschränkung im Geschlechtsverkehr konfrontiert, sondern auch mit einer Verletzung ihrer Vorstellung von Männlichkeit, was Teil eines Teufelskreises sein kann. In der Therapie geht es ergänzend auch darum, was der Klient tut, was die Erektionsstörung begünstigt, und was er anders tun könnte um dieser entgegenzuwirken.

Unerwünschte Fantasien

Keine Fantasien zu haben oder auch zu viele davon zu haben, kann als problematisch empfunden werden. Fantasien können schön und erregend positive Erlebnisse generieren, aber auch quälend und treibend, die persönliche Freiheit beschneiden. Dies geschieht vor allem, wenn der/die Betroffene das Gefühl hat, zu Handlungen gezwungen zu sein, die mit seinen/ihren Vorstellungen von sich und der Welt nicht zu vereinbaren sind.

Vaginismus

Die Systemik sieht den Scheidenkrampf als eine sinnvolle und schützenden Entscheidung des Körpers. Hier geht es darum, herauszufinden was geschützt werden muss und was es braucht um das Symptom überflüssig zu machen. Begleitet wird die Therapie durch Anleitungen zu körperlichen Übungen. Diese sollen die Voraussetzung dafür schaffen, das Geschlechtsverkehr möglich wird. Ob dieser nachher gewünscht wird oder nicht, liegt alleine bei der Klientin. Für die Betroffenen ist diese Störung oft mit großer Scham verbunden.  Es handelt sich ja schließlich auch um ein recht beeindruckendes Symptom. Jedoch ist gerade hier die Prognose ausgesprochen gut.

Dyspareunie, Vulvodynie

Schmerzen beim Sex bedeuten für die betroffenen Frauen und ihre Partner großen Leidensdruck. Wenn die Ursachen dafür nicht medizinisch erklärt werden können lohnt sich die Therapie in den allermeisten Fällen. Auch hier kann ein erhöhter Muskeltonus eine große Rolle spielen. Tatsächlich sind die Hintergründe der Symptomatik denen des Vaginismus und der Luststörungen sehr ähnlich, so dass sie auch ähnlich behandelt werden können.

Lubrikationsstörungen

Das Nicht-Feucht werden kann bei der Frau körperliche Ursachen haben, die vorher abzuklären sind. Eine andere häufige Ursache ist jedoch, dass es nicht zu ausreichend Erregung kommt. Dies kann sowohl durch paarinterne, nicht selten aber auch durch äußere Umstände entstehen.

Ejaculatio Praecox

Der vorzeitige Samenerguss belastet die Partnerschaft oft sehr und kann verschiedenen Mechanismen bei beiden Partnern in Gang setzen.Wie auch bei der Erektionsstörung liegt der Fokus darauf, was körperlich anders gemacht werden könnte und was der Klient für sich selber möchte.

Orgasmusstörungen

Während es für viele Frauen normal ist, zumindest beim Partnersex selten oder gar nicht zu kommen, stellt eine Orgasmusstörung bei Männern das Paar oft vor ein größeres Problem. Auch Störungen in diesem Bereich können organische Ursachen haben, aber auch psychische, wie beispielsweise Konflikte oder Ängste, die Frau zu verletzen, Ängste die Kontrolle zu verlieren etc.
Für beide Geschlechter kann sich die Therapie lohnen, entweder um eine ehemals bestehende Qualität des Erlebens wieder herzustellen oder um eine neue zu erreichen.

Verlauf einer Sexualtherapie

Hier möchte ich einmal grob einen möglichen Verlauf einer Sexualtherapie in meiner Praxis in Essen darstellen. Ich hoffe, dass es dem ein oder anderem die Sorge vor dem nimmt, was ihn bei mir erwarten könnte. Im Folgenden werden einige Worte anstrengend oft wiederholt und ich bitte hier schon mal um die Nachsicht des Lesers. Dieser Artikel dient nämlich in zweiter Linie auch dazu, die Gogglesuche durchs häufige Wiederholen der Keywords zu verbessern. Ich verspreche ihnen, meine Worte in einer Sitzung kreativer zu wählen und freue mich bald von Ihnen zu hören.

Beispielhafter Ablauf einer Sexualtherapie in meiner Praxis

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen eine Vorstellung davon geben, wie eine Sexualtherapie bei mir in Essen aussehen könnte.

Da ein bedeutender Teil meiner Klienten und Klientinnen sich mit einer sogenannten „Luststörung“ zu mir begeben, möchte ich dies am Beispiel einer fiktiven, jungen Frau verdeutlichen, die darüber klagt, beim Sex nur wenig bis überhaupt nichts zu empfinden.

Nennen wir sie einmal Pia Schneider. Sie ist 28 Jahre jung und wohnt in Bochum.

Sie sucht zum ersten Mal in ihrem Leben einen Rat bei einer Sexualtherapeutin. In der Vergangenheit hatte sie bereits zwei längere Beziehung, in denen ebenfalls das Problem auftrat, dass sie nur wenig Interesse am Sex hatte.

Die Kontaktaufnahme von Pia Schneider aus Essen:

Frau Schneider meldet sich über das Telefon und wie so oft kann ich leider zunächst nicht drangehen. Ich rufe Sie aber zeitnah in einem guten Moment zurück, in dem ich ihr auch meine volle Aufmerksamkeit schenken kann.

„Ich glaube ich bin da irgendwie falsch… ich kann da einfach nichts empfinden.“ Erklärt sie mir etwas nervös wegen der ungewohnten Situation. „Mein letzter Freund hat sich deswegen auch von mir getrennt. Also nicht nur deswegen, aber es war schon ein großer Punkt.“ Sie erzählt mir in groben Zügen, dass sie nun seit einem halben Jahr einen neuen Freund habe, den sie sehr liebe und der auch sie liebe „Trotzdem fängt es wieder an gleicher Stelle an zu kriseln… ich merke, dass ich ihn da enttäusche und er gerne mehr Sex hätte. Aber ich mag halt nicht wirklich… “

„Möchte er nur mehr Sex oder möchte er auch, dass es Ihnen gefällt?“ frage ich und sie antwortet schnell, dass er eben beides wolle, was für sie nur den Druck erhöhe.

„Er fragt mich dann immer, was ich denn möge. Doch ich weiß es ja eben nicht… ich enttäusche ihn einfach auf ganzer Linie… also was den Sex angeht meine ich… Er wohnt in Gelsenkirchen und wir wollen bald zusammenziehen. Aber nur, wenn das mit uns auch wirklich Zukunft hat und im Moment bin ich mir da nicht so sicher.“

Wir vereinbaren einen Termin in meiner Praxis für Sexualtherapie in Essen. Das Ganze Gespräch hat etwa 10 bis 15 Minuten gedauert.

Das erste Gespräch in meiner Praxis für Sexualtherapie

Frau Schneider erscheint sehr pünktlich. Sie ist eine hübsche, wache und aufgeschlossene junge Frau, der eine gewisse Aufregung anzusehen ist. Kurz reden wir darüber, wie sie aus Bochum hergefunden hat und der kleine Smalltalk hilft ihr schon mal, sich etwas sicherer zu fühlen.

Ich erfrage nochmal einige Rahmendaten, wie alt sie sei, wie lange ihre Vorbeziehungen waren und wie lange ihre jetzige. Dann hat sie Raum, mir noch einmal im Detail zu berichten, was sie bewegt.

Sie erzählt von ihrer Sorge, ihren Freund zu verlieren und keinen Mann dauerhaft glücklich zu machen. Der Grund sei, dass ihr da wohl etwas fehle und es ja auch keine Option für sie sei, Sex zu machen, der ihr überhaupt nicht gefalle.

„Also haben sie im Moment keinen Sex?“

„Doch. Aber sehr selten. Also ich muss schon dafür in Stimmung sein…“
„Haben sie dann Lust auf Sex?“
„Nicht direkt auf Sex… aber ihn so nah bei mir zu haben ist schon schön…“

„Wie oft ist es schön?“
„In letzter Zeit immer seltener.“

Je mehr ihr Freund versucht, herauszufinden, was ihr gefallen könnte, desto weniger Lust hat sie darauf. So ist sein gut gemeintes Bemühen leider kontraproduktiv:
„Ich denke immer ich würde es ihm irgendwie schulden, Lust zu haben, wenn er sich doch so anstrengt.“ Und das macht es noch schwieriger für sie. Außerdem schämt sie sich zunehmend für ihren Körper, zu dem sie keinen all zu guten Kontakt zu haben scheint. Sie kann zwar Orgasmen haben, wenn sie oder ihr Freund sie über den Kitzler stimuliert, die seien auch angenehm, doch verbindet sie diese nicht so recht mit sinnlicher Lust. Sie werden auch nicht von sexuellen Fantasien begleitet und sie nimmt sie mehr wie eine angenehme Körperreaktion wahr. Am Orgasmus gefällt ihr auch besonders gut, dass es ihren Freund erregt, sie mit einem Orgasmus zu erleben. Alleine hat sie jedoch wenig Interesse an der Masturbation, da ihr der lustvolle Kontext dazu fehlt.

„Wenn ich zuhause in Bochum bin, mache ich es nur manchmal, wenn ich Stress habe… danach geht es mir meistens etwas besser…“

Von den Sitzungen der Sexualtherapie in meine Praxis in Essen verspricht sie sich, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Vorher ging es ja auch. Es hat mir zwar nicht so viel Spaß gemacht… aber es war schon auch okay… Aber jetzt steht da was zwischen uns und es geht gar nicht mehr…. Außerdem,“ überlegt sie weiter „Vielleicht gibt es ja doch etwas, was mir gefallen könnte…“

„Möchten sie das für sich oder für ihren Freund?“

„Also für ihn… aber für mich auch: Alle sagen immer, wie toll Sex angeblich wäre. Aber ich finde das einfach nicht… Vielleicht geht das ja bei mir nicht… aber vielleicht gibt es ja da auch was…“

Für mich ist es ein wichtiger Punkt zu wissen, ob die Klientin ein eigenes Interesse am lustvoll erlebten Geschlechtsverkehr hat, oder ob sie eine Sexualtherapeutin aufsucht, um ihrem Freund zu geben, was er sich von ihr wünscht, sie aber eigentlich gar nicht leisten will. Aus meiner Sicht heraus darf jeder Mensch auch für sich entscheiden, keinen Sex haben zu wollen.

In diesem Fall möchte Frau Schneider auf Nachfrage hin zu 65% aus eigenem Interesse die Sexualtherapie in Essen in Anspruch nehmen („Ich möchte einfach endlich einen Zugang zu dieser Art von Beziehung haben!“) und es nur zu 35 % ihrem Freund zu Liebe tun.

Nachdem ich mir ein einigermaßen gutes Bild auch von anderen sexuellen Aktivitäten gemacht habe, und wie sie sie empfindet, kommen wir zu der Frage, was sich Frau Schneider von der Sexualtherapie in Essen verspricht und welche Erwartungen sie an mich als Sexualtherapeutin hat.

Erfolgreich wäre die Therapie, wenn sie am Ende gerne mit ihrem Freund schliefe und auch im Vorhinein schon Lust darauf hätte.

„Ich weiß nicht, ob ich je soviel Lust haben könnte wie er, doch wenn ich überhaupt Lust hätte, wäre dass schon schön.“

Meine Rolle als Sexualtherapeut sieht sie darin, sie auf der Suche nach ihrer Lust zu begleiten und ihr Anregungen zu geben, was sie noch probieren könnte.

Die Ausgangssituation von Pia Schneider:

Ich sehe eine sogenannte Luststörung nicht wirklich als eine Störung an. Auch in diesem Fall ist es aus meiner Sicht heraus eine eher gute Entscheidung von Frau Schneider, keinen Sex zu machen, den sie so nicht will. Der Sex, wie sie ihn bisher erlebt hat, ist für sie einfach nicht lohnenswert.

Im Verlauf der Therapie wird es verständlich, dass sie bisher wenig Begeisterung für Penetrationssex hat. Sie hat noch nicht für sich herausgefunden, welche Art von Sex es für sie wert ist, gewollt zu werden. Wie viele Frauen in meiner Praxis in Essen ist sie im Moment darauf fokussiert, es dem anderen Recht zu machen, da sie selbst ja sowieso wenig empfindet. Wenigstens der Partner soll auf seine Kosten kommen. Dies hat jedoch zur Folge, dass sie dem, was ihr gefallen könnte, wahrscheinlich wenig bis gar nicht näherkommt. Sie beschäftigte sich in der Vergangenheit mehr mit den deutlich erkennbaren Wünschen ihrer Partner als mit ihren verborgeneren. Überdies hat sie wenig Körpergefühl und eine geringer werdende Selbstakzeptanz. Sie erlebt ihren Körper als nur wenig sinnlich und auch die Berührungen ihres Partners an anderen Stellen dringen wenig zu ihr durch. Im Gefühl anders und irgendwie sexuell unzureichend zu sein, entwickelt sie immer mehr Scham vor ihrer Nacktheit.

Wir vereinbaren das sie erstmal alle 14 Tage meine Praxis für Sexualtherapie in Essen besucht. Ich erkläre ihr aber auch, dass wir jederzeit auch andere Intervalle ausmachen können. Schließlich gibt es ja auch ein Leben neben der Sexualtherapie. Außerdem ist es gerade in so einem Fall oft sinnvoll, auch mal größere Abstände zu wählen, um genug Zeit zum Üben Zuhause in Bochum, Gelsenkirchen, Bottrop, Oberhausen, Herne, Dortmund, Duisburg oder wo auch immer meine Klienten wohnen, zu haben.

Ziele der Sexualtherapie in Essen

In der folgenden Sexualtherapie konzentrieren wir uns auf folgende Dinge:

– Eine Verbesserung des Körpergefühls, vor allem durch Achtsamkeitsübungen, die sie als Hausaufgabe in Bochum oder Gelsenkirchen bei ihrem Freund umsetzen kann.

– Das Auffinden und Kennenlernen ihrer höchst persönlichen Lust!

In der Praxis für Sexualtherapie in Essen sprechen wir über das Wesen ihrer Lust. Ob sie sich vielleicht doch irgendwo einmal kurz zeigt und wodurch genau sie wieder verschwindet. Wir denken darüber nach, was es bräuchte, damit die Lust vielleicht etwas länger bliebe und auch was wäre, wenn sich herausstellen sollte, dass es ihre Lust einfach tatsächlich nicht gäbe. Auch ihre Ängst vor einer möglichen Trennung und lebenslanger Einsamkeit haben hier Platz.

Weiterer Verlauf der Sexualtherapie in Essen am Beispiel von Pia Schneider aus Bochum

Im weiteren Verlauf der Sexualtherapie in Essen hat Frau Schneider das Erlebnis, ihren Körper immer spürbarer zu bewohnen. Dies ist ein sehr langsamer Prozess, doch sie bemerkt bereits erste kleine Verbesserungen des Körpergefühls. Zudem erträgt sie auch wieder ihre Nacktheit im Spiegel. „Schön finde ich mich zwar immer noch nicht, aber auch nicht mehr so schlimm…“

Wir finden auch heraus, dass sie schon Lust hat, dass diese jedoch immer wieder durch die Art und weise wie ihr Freund sie anfasst abbricht. „Er ist dann immer so schnell und etwas ruppig… ich kann ihn ja verstehen… aber manchmal ist er wie ein Junkie auf Entzug…“ sie lacht an dieser Stelle ein bisschen darüber hinweg, etwas verhältnismäßig Gemeines über ihren Freund gesagt zu haben.

Es fällt ihr auch durch die Sexualtherapie in Essen etwas leichter, ihren Freund darauf anzusprechen. Sie wird immer mutiger, ihrem Freund zu sagen was ihr nicht gefällt und was sie sich stattdessen wünscht. Am Anfang hatte sie Sorge, ihm da vielleicht zu sehr „vor den Kopf zu stoßen.“ Doch sie erkennt bald, dass es ihr besser tut sich zu dem zu bekennen, was sie ist und möchte, als es ihm zuliebe vor ihm zu verheimlichen.

Ihr Freund aus Gelsenkirchen lernt erstaunlich gut mit ihrer neuen Offenheit umzugehen. Er begrüßt es sogar, nun endlich mehr Gewissheit darüber zu erlangen, was ihr gefällt. Zuvor habe er sich oft gefühlt wie „ein Blinder, der noch dazu im Dunklen tappe“. Manchmal reagiert er auch unsicher auf ihre neuen Wünsche. Doch die beiden sind in ihrer Beziehung gefestigt genug, dass sie ihren Weg finden. Sogar ein Umzug Frau Schneiders von Bochum nach Gelsenkirchen ist im Gespräch.

Zuletzt arbeiten wir noch mit ihrem Erregungsmodus, welcher bisher ein mechanischer Erregungsmodus war. Dieser Erregungsmodus ist für die sinnliche Verbreitung der Lust über den Körper nicht allzu förderlich. Er arbeitet nämlich mit einer hohen Muskelspannung und wenig Beweglichkeit. Dadurch werden Mechanismen ausgelöst, die die Erregung im Geschlecht sogar hemmen können.

In meiner Praxis für Sexualtherapie in Essen übe ich mit ihr einfache Bewegungen ein, die dazu dienen, der Lust im Körper und auch im Geschlecht mehr Raum zu geben. Auch hier liegt der Fokus darauf, ganz und gar im Körper zu sein und damit eine Basis für das Erleben von lustvoller Sinnlichkeit zu schaffen.

Das (vorläufige) Ergebnis

Am Ende der Sexualtherapie in Essen ist Frau Schneider zwar nicht ganz da, wo sie hinwollte, doch sie ist auf einem guten Weg: „Meine Lust ist nicht leicht zu erlangen. Ich hatte mir gewünscht, dass sie immer abrufbarer wäre… Aber sie ist nun mal wählerisch. Trotzdem weiß ich jetzt, was ich brauche damit sie zu mir kommt und es ist schön sie zu erleben.“

Frau Schneider aus Bochum weiß nun was es braucht, um ihrer sinnlichen Lust zu begegnen. Sie ist noch nicht da, wo sie am liebsten sein möchte doch sie wird ihren Weg mit ihrem Freund in ihrer gemeinsamen Wohnung in Gelsenkirchen weitergehen.

Das sexuelle Lernen hört nicht auf solange wir leben und uns dafür interessieren. So wird auch Frau Schneider, sofern sie dies möchte, noch weitere Entwicklungsschritte vollziehen können. Ich freue mich, ihr in meiner Sexualtherapie in Essen einige hilfreiche Anstöße dazu gegeben zu haben.

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